Histaminintoleranz-Patienten sollten gereiften Käse nicht essen | Foto: Hiero/pixelio.de

Histaminintoleranz in den Griff bekommen

Histaminintoleranz ist ein noch relativ unbekanntes Krankheitsbild. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie unter Histamintoleranz leiden.

Histaminintoleranz ist eine Unverträglichkeit von stark histaminhaltigen Lebensmitteln. Der Körper kann das aufgenommene Histamin nicht mehr ausreichend abbauen.

Histaminintoleranz ist nicht angeboren. Die Krankheit tritt vor allem bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr auf.

Histaminintoleranz ist keine Allergie

Histaminintoleranz ist keine Allergie. Es handelt sich auch nicht um eine Lebensmittelunverträglichkeit: Histaminunverträglichkeit ist eine Abbaustörung bei bestimmten Lebensmitteln.

Histaminintoleranz - Symptome, auf die Sie achten sollten

Die Symptome einer Histaminunintoleranz sind bereits einige Minuten nach dem Essen spürbar. Unterschiedliche Symptome können auf Histamintoleranz hinweisen.

Im Gegensatz zu vielen harmloseren Unverträglichkeiten können bei einer Histaminintoleranz sogar lebensbedrohende Zustände auftreten:

Hinter diesen Symptomen könnte eine Histaminintoleranz stecken:

  • Verdauungsprobleme: Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Juckreiz, Hautausschlag,  Hautrötungen,
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kribbeln in den Fingern oder in den Beinen
  • Hitzewallungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Anschwellende Nasenschleimhaut, Niesen, laufende Nase, Hustenreiz, Atembeschwerden
  • Kreislaufprobleme
  • Nesselsucht

Histaminintoleranz - welche Nahrungsmittel Sie meiden sollten


Wenn Sie diese Symptome nach dem Essen bei sich feststellen, könnten Sie an einer Histaminintoleranz leiden. Es gibt Nahrungsmittel mit einem hohen Histamin-Gehalt, die Sie deshalb meiden sollten. Histamin entsteht vor allem in bakteriell fermentierten Lebensmitteln.

Bei Histamintoleranz sollten Sie diese Lebensmittel nicht essen oder trinken:

  • gereifte Käsesorten, je höher der Reifegrad, des so höher ist der Histamingehalt
  • Gemüse: Sauerkraut, Spinat, Kichererbsen, Tomaten, eingelegte Gurken
  • Tomaten, Ketschup
  • Abgepackter und geräucherter Fisch
  • Alkohol
  • Obst: Zitrusfrüchte, Bananen, Birnen, Kiwi, Papaya, Erdbeeren, Pflaumen, Avocado
  • Walnüsse, Cashewnüsse
  • scharfe Gewürze
  • geräuchertes Fleisch
  • Süßigkeiten

Histaminintoleranz - das können Sie essen

Patienten mit Histaminintoleranz sollten ihre Ernährung umstellen. Die Symptome lassen sich dadurch vermeiden.

Diese Lebensmittel können Sie auch bei Histaminintoleranz essen:

  • frischer Fisch
  • frisches Fleisch
  • Obst: Äpfel, Melonen, Kirschen, Aprikosen, Heidelbeeren, Mango, Pfirsiche, Johannesbeeren, Litschi
  • Gemüse: Zwiebeln, Kürbis, Radieschen, Karotten, Brokkoli, Zucchini, Gurken, Spargel, Mais, Rhabarber, Chinakohl
  • Milchprodukte: Quark, Joghurt, junger Käse, Frischkäse
  • Milchersatz: Kokosmilch, Hafermilch, Reismilch,

Magen–Darm-Krankheiten verursachen häufig Histaminintoleranz

Wie eine Histamintoleranz eintsteht, ist ungeklärt. Oft tritt die Histaminintoleranz aber nach Darmproblemen auf. Darminfekte und Behandlungen mit Antibiotika können sich schädlich auf die Darmgesundheit auswirden. Die Darmflora, die als Schutzmechanismus der Darmschleimhaut dient, wird dabei gestört.

Neben der Vermeidung stark histaminhaltiger Lebensmittel kann eine Darmsanierung gegen eine Histaminintoleranz helfen.

Medikamente können Histaminintoleranz verstärken

Es gibt einige Medikamente, die eine Histaminintoleranz verstärken können. Dazu gehören.

  • Metronidazol (Antibiotikum mit entzündungshemmender Wirkung )
  • Lorcainid (Medikament gegen Herzrhythmusstörungen )
  • Diazepam (Schlaf und Beruhigungsmittel )

Wenn Sie Medikamente nehmen müssen und gleichzeitig unter Histaminintoleranz leiden, fragen Sie am besten Ihren Arzt, ob die Medikamente die Histaminausschüttung fördern.

Histaminintoleranz und Alkohol

Alkohol verstärkt die Histamintoleranz. Alkohol erhöht auch die Durchlässigkeit der Darmwand. Unter Alkoholeinfluss geraten mehr Histamine in die Blutbahn. Auch Weizenbier und Champagner sind mit Histaminen ausgestattet und sollten bei einer Histaminintoleranz gemieden werden.

Patienten mit einer Histaminintoleranz sollten daher am besten ganz auf Alkohol verzichten.

Im Internet finden sich eine ganze reihe von Tabellen, die den Histamingehalt von Lebensmitteln angeben, Menschen mit Histaminintoleranz kann das die richtige Ernährung erleichtert.

Histaminintoleranz-Patienten sollten gereiften Käse nicht essen | Foto: Hiero/pixelio.de

Histaminintoleranz



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